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Großeinsatz für 180 Kameraden

Zweite gemeinsame Katastrophenschutzübung des Landkreises Parchim nahe Weitendorf

Zum zweiten Mal führte der Landkreis am 30. Oktober 2009 eine Katastrophenschutzübung nach dem neuen Gefahrstoffkonzept mit dem neu aufgestellten Gefahrgutzuges durch. Beteiligt waren 180 Kameraden von 22 Feuerwehren , darunter auch die Goldberger Wehr, sowie der Sanitäts- und Betreuungszug des DRK, der DRK-Rettungsdienst und das THW. Einsatzort war die Bahnstrecke nahe Weitendorf.

Das Szenario

Auf der Bahnstrecke Sternberg - Blankenberg entgleist nahe Weitendorf ein Kesselzugwagen. In diesem befinden sich Biodiesel bzw. auch Methylclorid, einem Stoff, welches an der Luft ein explosives Gemisch bildet. Mehrere Personen sind verletzt, einige sogar tödlich, es besteht eine Umweltgefahr.

Die Übung

Um 17.24 Uhr werden die Feuerwehren in Sternberg und Brüel alarmiert und zur Einsatzstelle beordert. Vor Ort haben die Übungsorganisatoren eine sehr realistische Variante vorbereitet. Die Kameraden treffen auf ein sehr unwegsames Gelände, umgestürzte Bäume liegen quer über mögliche Rettungswege, die Warnow behindert ebenfalls die Rettungsarbeiten und dazu die Dunkelheit, die bereits eingebrochen ist.
Die Einsatzleitung der Sternberger und Brüeler Wehr erkunden das Gelände und fordern weitere Wehren zur Unterstützung an. Zur Sicherheit agieren die Kameraden unter Atemschutz. Dann die Feststellung: Das Lokpersonal ist verletzt und in den Kesselwagen befindet sich Biodiesel. Der DRK-Rettungsdienst wird alarmiert und der Gefahrgutzug des Landkreises.
Wenig später heulen in etlichen Orten zwischen Leezen und Suckow die Sirenen.  Auch in Parchim und Lübz signalisieren die Pieper den Einsatz und rufen die Spezialisten des Gefahrgutzuges zum Einsatz. Auch der Kreiswehrführer wird alarmiert, der dann auch die Einsatzleitung übernimmt. Auf dem Sportplatz von Weitendorf entstehen die Befehlsstelle sowie der Bereitstellungsraum. Vor Ort an der Unfallstelle werden Abschnitte gebildet.
Die Einsatzleitung vor Ort hat der Parchimer stellvertretende Zugführer Gefahrgut Enrico Bill.
Mit Hilfe von Loren werden die verletzten Personen gerettet sowie die verstorbenen Personen geborgen. Bei den weiteren Untersuchungen stellt sich heraus, dass sich in einem Kesselwagen Methylclorid befinden soll. Dies ist ein Kältemittel, der bei hoher Konzentration zu Bewusstlosigkeit führen kann und an der Luft ein explosives Gemisch bildet. Die Einsatzleitung beordert weitere Kameraden, die unter Vollschutz (CSA) agieren. Dies gestaltet sich schwierig, da nicht ausreichend CSA-Träger im Landkreis zur Verfügung stehen. Schließlich ist bei so einem Großeinsatz auch ein enormer "Verschleiß" zu verzeichnen, da die CSA-Träger nur maximal 20 Minuten in diesem Spezialschutzanzug arbeiten dürfen.

Ziel der Übung

bullet die Fortschreibung des kreislichen Gefahrgutkonzeptes
bullet die Überprüfung der Ergebnisse der gemeinsamen Ausbildung Gefahrgut im September 2009
bullet das Erarbeiten eines Handlungsschemas für Einsätze mit Gefahrgut
bullet das Zusammenwirken der Einsatzkräfte, hier vor allem des Brandschutzes, des Rettungsdienstes, der Einheiten des Katastrophenschutzes, des DRK und des THW

Auswertung

Ein dickes Lob allen Kameraden, die sehr diszipliniert agierten und das Übungsziel trotz der Schwierigkeiten erreichten. Zwar gab es einige Mängel, die ausgewertet werden. Zu hören war vor Ort, dass vor allem die Koordination der Gruppen untereinander und die Alarmierung verbessert werden muss. So wäre es nötig, alle möglichen CSA-Träger gleich zu alarmieren und damit wertvolle Zeit zu sparen. Positiv war, dass die erst im September stattgefundene größere Gefahrgutausbildung in Parchim vielen im Gedächtnis und somit etliches Wissen noch sehr frisch war.

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