Stichflammen
nach Fettbrand
Was passiert eigentlich,
wenn man brennendes Fett in der Pfanne mit Wasser löscht? „Es gibt
eine Riesenstichflamme und die setzt oft die ganze Küche in Brand“, so
der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Goldberg, Ulf Maaß. Wie das
konkret aussieht, das demonstrierten eindrucksvoll die Kameraden am
„Tag der Sicherheit“ an der Goldberger Walter-Husemann-Schule. Die
Lösung lautet bei so einem möglichen Feuer: Deckel auf die Pfanne,
eine Decke auf den Herd oder ähnliches, um die Sauerstoffzufuhr zu
verhindern und die Flammen auf diese Weise ersticken.
Über dieses Thema und
anderes mehr aus der täglichen Praxis verschiedener Rettungs- und
Sicherheitsdienste wurde am „Tag der Sicherheit“ an der
Walter-Husemann-Schule in Goldberg informiert. „Wir haben Polizei,
Feuerwehr, DRK, THW sowie die Psychologin des Schweriner Schulamtes
eingeladen. An verschiedenen Stationen konnten die 199 Schüler sich
selbst und ihre Kenntnisse testen oder zusehen, wie die Profis bei der
Rettung und Bergung vorgehen“, so die Schulleiterin Gisela Hög. Aber
auch wenn dieser Tag erstmals in dieser Größenordnung durchgeführt
wurde, so steht das Thema Sicherheit nicht ganz ohne Grund auf der
ständigen Tagesordnung. Schließlich gab es am 13. August 2004 bei den
Sanierungsmaßnahmen den schrecklichen Schuleinsturz, bei denen fünf
Bauarbeiter ihr Leben verloren. So werden in jedem Schuljahr
Evakuierungsübungen durchgeführt, damit Fluchtwege und Stellplatz
jedem Schüler bekannt sind.
In den Klassenräumen übten
sich die Mädchen und Jungen in den wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen.
Die stabile Seitenlage, Wiederbelebung, Herzdruckmassage,
Notrufabsetzung und anderes mehr stand diesmal auf dem Stundenplan.
Auf dem Schulhof hatte das Technische Hilfswerk eine
Beleuchtungseinrichtung aufgestellt und gab einen Einblick in ihre
Arbeit. In enger Zusammenarbeit, so wie es in der Praxis bei Unfällen
alltäglich ist, demonstrierten die Kameraden der Freiwilligen
Feuerwehr Goldberg die Rettung einer eingeklemmten Person. Eric aus
der Klasse 9c hatte sich als „Verletzter“ zur Verfügung gestellt und
musste mit schwerer Technik aus dem Fahrzeug befreit werden. Mit Hilfe von Schere und Spreizer wurden erst die Tür des Autos und dann das Dach abgetrennt.
Dann konnten die Rettungsassistenten den Fahrer aus dem Wrack heben
und in den Rettungstransportwagen bringen, um ihn dort medizinisch zu
versorgen. Auch wenn alles sehr langsam für die Schüler aussah, so
konnten sie sich von den fachlichen Qualifikationen der Einsatzkräfte
überzeugen. Doch vor Eile geht die Sicherheit. Die Schüler wünschten
sich alle, niemals in eine derartige Situation zu kommen.
Ebenfalls interessant war
die Vorführung der Diensthundeführer der Polizei. Gehorsam und
Wachsamkeit waren das eine, die Fähigkeit, Spuren zu finden das
andere. Die Mädchen und Jungen staunten nicht schlecht, mit welcher
Spürnase die Vierbeiner Geruchsproben erkannten.
Insgesamt ein
abwechslungsreicher und informativer Schultag, der in enger
Zusammenarbeit mit der Schulleitung und der Polizeiinspektion Parchim
vorbereitet wurde. Ein Dank geht an alle Beteiligten sowie an das
Opelhaus Schmidt, welches das Schrottauto für die Demonstration zur
Verfügung stellte.
Michael-Günther Bölsche